Plotterpapier für CAD-Zeichnungen
Für CAD-Zeichnungen ist ungestrichenes Plotterpapier in 80 oder 90 g/m² die Standardwahl: Es trocknet in Sekunden, gibt feine Linien scharf wieder und ist die wirtschaftlichste Lösung für hohe Druckvolumen. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es beim CAD-Druck ankommt – von der Linienqualität über die richtige Grammatur bis zur Wahl der Rollenbreite für gängige Planformate.
Welche Anforderungen stellt der CAD-Druck an das Papier?
CAD-Zeichnungen bestehen überwiegend aus feinen Linien, Schraffuren, Bemaßungen und Text – nicht aus Flächenfarben. Das Papier muss dafür drei Dinge leisten: Erstens eine präzise Linienwiedergabe ohne Ausbluten, damit auch 0,13-mm-Linien und kleine Schriftgrade lesbar bleiben. Zweitens eine schnelle Tintentrocknung, damit Pläne direkt nach dem Druck gestapelt, gefaltet oder gerollt werden können, ohne zu verschmieren. Drittens Maßhaltigkeit: Ein Plan im Maßstab 1:50 darf sich durch Feuchtigkeit nicht verziehen, sonst stimmen abgegriffene Maße nicht mehr. Ungestrichenes Plotterpapier erfüllt alle drei Anforderungen konstruktionsbedingt am besten: Die offene, matte Oberfläche nimmt die Tinte sofort in die Faserstruktur auf. Eine Beschichtung, wie sie für Foto- und Farbdrucke sinnvoll ist, bringt bei reinen Linienzeichnungen keinen sichtbaren Vorteil – sie kostet nur mehr.
Warum ist ungestrichenes Papier für CAD ideal?
Ungestrichenes Papier (englisch: uncoated) besteht ausschließlich aus dem Trägermaterial ohne zusätzliche Oberflächenbeschichtung. Die Tinte wird direkt in die Papierfasern aufgenommen und trocknet dadurch extrem schnell – typischerweise in unter zehn Sekunden. Für den produktiven CAD-Druck hat das handfeste Vorteile: Der Plotter kann mit voller Geschwindigkeit drucken, der automatische Schneider arbeitet ohne Schmiergefahr, und fertige Pläne landen sofort im Ablagekorb. Die matte Oberfläche ist zudem blendfrei – wichtig beim Arbeiten mit Plänen unter Baustellenbeleuchtung oder im Besprechungsraum – und lässt sich problemlos mit Bleistift und Kugelschreiber beschriften, etwa für Revisionsvermerke. Monochrome wie farbige Linienzeichnungen wirken auf ungestrichenem Papier gestochen scharf; lediglich fotorealistische Renderings und große Farbflächen sind auf gestrichenem Papier besser aufgehoben.

- Standard-Arbeitspläne: ungestrichen 80 g/m² – bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Ausführungs-/Baustellenpläne: ungestrichen 90 g/m² – robuster beim Handling
- Entwürfe/Massendruck: ungestrichen 60–75 g/m² – maximale Wirtschaftlichkeit
- Präsentationspläne: ungestrichen oder gestrichen 120 g/m²
- Baustelle bei Witterung: wasserfestes Papier 90/120 g/m²
Welche Rollenbreite für welches Planformat?
Die Rollenbreite richtet sich nach dem größten regelmäßig gedruckten Planformat. Für DIN A0 (841 × 1.189 mm) ist die 914-mm-Rolle der Klassiker: Sie deckt A0 quer mit Beschnittzugabe ab und passt auf jeden 36-Zoll-Plotter. Für A1-Pläne (594 × 841 mm) genügt eine 610-mm-Rolle auf einem 24-Zoll-Gerät, alternativ wird A1 auf der 841- oder 914-mm-Rolle quer gedruckt. Wer überformatige Pläne oder Ansätze benötigt, greift zu 1.067 oder 1.118 mm (42/44 Zoll). Direkt formatgleiche Rollen – 420 mm für A2, 594 mm für A1, 841 mm für A0 – minimieren den Verschnitt, wenn ausschließlich ein Format gedruckt wird. In der Praxis bewährt sich in vielen Büros die Kombination aus einer 914-mm-Rolle für A0/A1 und einer 610-mm-Rolle für A2/A3-Ausdrucke.
Worauf sollte ich bei HP, Canon und Epson Plottern achten?
Alle gängigen CAD-Plotter von HP (DesignJet), Canon (imagePROGRAF/iPF) und Epson (SureColor T-Serie) verarbeiten ungestrichenes Plotterpapier von 60 bis 120 g/m² mit 2-Zoll-Hülsenkern problemlos – herstellergebundenes Originalpapier ist dafür nicht erforderlich. Wichtig ist die richtige Medieneinstellung im Treiber: Für ungestrichenes Papier die Einstellung „Normalpapier/Plain Paper“ bzw. „Coated Paper“ nur bei tatsächlich gestrichenem Material wählen, damit Tintenmenge und Trocknungszeit passen. Pigmenttinten (HP DesignJet T-Serie, Canon iPF, Epson SureColor) liefern auf ungestrichenem Papier wisch- und lichtbeständige Ergebnisse. In unserer Kategorie „Plotterpapier nach Druckermodell“ finden Sie für über 100 Geräte von HP, Canon, Epson und Océ die passenden Rollenbreiten und Grammaturen auf einen Blick – inklusive Océ-PlotWave-Systemen, die spezielles PPC-Papier benötigen.
Wie lagere ich Plotterpapier richtig?
Papier ist ein Naturprodukt und reagiert auf Klima – falsche Lagerung ist eine häufig übersehene Ursache für Wellenbildung, Randverzug und Papierstaus. Drei Regeln genügen für konstante Druckqualität: Erstens Rollen in der Originalverpackung lagern und erst kurz vor dem Einlegen auspacken – die Folie schützt vor Feuchtigkeitsaufnahme. Zweitens liegend oder hängend lagern, nicht stehend: Stehende Rollen bekommen Druckstellen an der Auflagekante, die später als Wellen im Druckbild sichtbar werden. Drittens für ein stabiles Raumklima sorgen – ideal sind etwa 18–22 °C bei 40–60 % relativer Luftfeuchte, also normales Büroklima. Rollen, die aus einem kalten Lager kommen, sollten sich vor dem Druck einige Stunden im Druckraum akklimatisieren. Angebrochene Rollen, die länger im Plotter bleiben, sind unkritisch, solange das Gerät nicht direkt an Heizung, Klimaanlage oder Fenster steht.