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Beschichtungsarten erklärt

Die Beschichtung (der „Strich“) entscheidet darüber, wie ein Plotterpapier Tinte aufnimmt – und damit über Farbbrillanz, Trocknungszeit und Einsatzgebiet. Ungestrichenes Papier ist der Standard für CAD-Zeichnungen, gestrichenes Papier die Wahl für Farbdrucke und Präsentationen. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede und hilft bei der Entscheidung zwischen ungestrichen, gestrichen und Spezialbeschichtungen.

Was bedeutet „gestrichen“ und „ungestrichen“?

Der Begriff „Strich“ stammt aus der Papierherstellung und bezeichnet eine dünne Schicht aus mineralischen Pigmenten (meist Kaolin oder Kreide) und Bindemitteln, die auf die Papieroberfläche aufgetragen wird. Ungestrichenes Papier besteht nur aus dem nackten Faservlies: Die Oberfläche ist leicht rau, matt und saugfähig – Tinte dringt direkt in die Fasern ein und trocknet sehr schnell. Gestrichenes Papier trägt dagegen eine geschlossene, glatte Schicht: Die Tinte bleibt näher an der Oberfläche, Farbpigmente liegen dichter beieinander, und Farben wirken dadurch deutlich satter und brillanter. Der Unterschied ist mit bloßem Auge sichtbar: Ein Farbverlauf wirkt auf ungestrichenem Papier leicht stumpf und körnig, auf gestrichenem Papier gleichmäßig und leuchtend. Dafür verlängert die Beschichtung die Trocknungszeit und macht das Papier etwas teurer.

Wann lohnt sich gestrichenes Papier?

Gestrichenes Plotterpapier lohnt sich immer dann, wenn Flächenfarben, Bilder oder feine Farbabstufungen im Spiel sind. Typische Anwendungen: Lagepläne mit farbigen Nutzungsflächen, Präsentationspläne für Bauherren, Poster, Diagramme mit Farbverläufen und GIS-Karten. Hier zahlt die Beschichtung direkt auf das Ergebnis ein: kräftigere Farben, gleichmäßigere Flächen und schärfere Kontraste. Für reine Linienzeichnungen mit Text und Bemaßung – also den klassischen CAD-Plan – bringt sie dagegen keinen sichtbaren Mehrwert; hier bleibt ungestrichenes Papier die wirtschaftlichere Wahl. Wir führen gestrichenes Plotterpapier in 90 g/m² für den Alltagseinsatz und in 120 g/m² für Präsentationen. Eine einfache Entscheidungsregel: Enthält der Plan mehr als etwa ein Viertel farbige Fläche, lohnt sich gestrichen – besteht er überwiegend aus Linien, genügt ungestrichen.

Gestrichenes Plotterpapier: brillante, satte Farben für farbige Pläne, Karten und Renderings – empfohlene Grammatur 90 g/m²
KriteriumUngestrichenGestrichen
Oberflächematt, leicht rauglatt, seidenmatt
Trocknungszeitsehr kurz (Sekunden)länger, tintenabhängig
Farbwiedergabegut für Linienbrillant, satte Flächen
Linien/Textgestochen scharfscharf
Preisam günstigstenmittleres Segment
Typischer EinsatzCAD, technische PlänePräsentation, Poster, Karten

Welche Spezialbeschichtungen gibt es?

Neben dem klassischen Strich gibt es funktionale Ausrüstungen für besondere Anforderungen. Fotopapier trägt eine mikroporöse Spezialbeschichtung, die Tintentröpfchen exakt fixiert – die Voraussetzung für fotorealistische Renderings, Visualisierungen und Werbedrucke; erhältlich in glänzend (maximale Brillanz) und matt (blendfrei, edle Anmutung). Wasserfestes Papier ist spritzwasserfest ausgerüstet – Blatt und Druckbild widerstehen Feuchtigkeit und Spritzwasser, etwa bei Baustellenplänen im Außeneinsatz. Naturtransparentes Papier verzichtet auf deckende Pigmente und ermöglicht Durchlicht-Anwendungen wie das Überlagern von Planständen. Neonfarbiges Signalpapier macht Markierungspläne und Warnhinweise unmöglich zu übersehen. Und PPC-Papier ist speziell für die Tonerfixierung in Großformat-Kopierern und LED-Systemen (Océ PlotWave, TDS) optimiert – es ist hitzebeständig und besonders glatt, damit der Toner gleichmäßig aufschmilzt.

Beeinflusst die Beschichtung die Tintenwahl?

Ja – Papier und Tinte müssen zusammenpassen, auch wenn moderne Systeme hier viel verzeihen. Pigmenttinten (Standard bei HP DesignJet T-Serie, Canon imagePROGRAF und Epson SureColor) liegen als feste Farbpartikel auf bzw. in der Oberfläche und sind auf allen Papiertypen wisch- und lichtbeständig – die sichere Wahl für Archivpläne. Farbstofftinten (Dye) dringen tiefer ein und liefern auf gestrichenem und Fotopapier besonders leuchtende Farben, sind aber weniger UV-stabil. Für die Praxis heißt das: Für CAD-Pläne auf ungestrichenem Papier ist die Tintenart fast egal, für langlebige Außen- und Archivdrucke sollten Pigmenttinten mit passendem Papier kombiniert werden. Wichtig ist zudem die richtige Medieneinstellung im Druckertreiber, damit Tintenmenge und Trocknungszeit zur Beschichtung passen – falsche Profile sind die häufigste Ursache für blasse Farben oder Schmierer.

TippNicht sicher, ob sich gestrichen lohnt? Bestellen Sie beide Varianten als Einzelrolle und drucken Sie denselben Plan im Vergleich – der Unterschied bei Farbflächen ist sofort sichtbar.

Wie erkenne ich, ob ein Papier gestrichen ist?

Ohne Verpackungsangabe lässt sich die Beschichtung mit drei einfachen Tests bestimmen. Der Seh-Test: Gestrichenes Papier reflektiert Licht gleichmäßig und wirkt im Streiflicht seidig, ungestrichenes Papier erscheint stumpf und zeigt die Faserstruktur. Der Fühl-Test: Die gestrichene Seite fühlt sich glatter und kühler an als die Rückseite – bei einseitig gestrichenem Plotterpapier ist dieser Unterschied deutlich spürbar und zeigt zugleich, welche Seite bedruckt werden muss (die gestrichene Seite liegt bei korrekt eingelegter Rolle außen). Der Wasser-Test: Ein Tropfen Wasser zieht auf ungestrichenem Papier binnen Sekunden ein, auf gestrichenem Papier perlt er kurz und bleibt als Tropfen stehen. Im Zweifel hilft die Artikelnummer: In unserem Shop ist jede Rolle eindeutig als ungestrichen, gestrichen, wasserfest oder transparent ausgewiesen – inklusive Grammatur, Breite und Lauflänge im Produktnamen.

Haben Sie Fragen?Wir beraten Sie gerne.
info@euromediaprint.de